Kurzantwort: Peec AI, Otterly, Profound, Rankscale und weitere AI-Visibility-Plattformen können Ihre Markennennungen mit Wettbewerbern vergleichen. Der wichtigste Punkt ist aber nicht das Dashboard: Ein AI Share of Voice ist nur belastbar, wenn Prompt-Set, Wettbewerber, Plattformen, Region, Sprache, Frequenz und Zählregel konstant bleiben. Ohne diese Definition ist der Prozentwert nicht entscheidungsfähig.
AI Share of Voice beantwortet eine klar begrenzte Frage: Wie groß ist der Anteil Ihrer Marke an allen beobachteten Markennennungen in einer kontrollierten Stichprobe generativer Antworten? Er misst weder Marktanteil noch Umsatz und erfasst nicht alle privaten Chatverläufe. Richtig eingesetzt zeigt er, bei welchen Kaufintentionen Wettbewerber häufiger Teil der Antwort sind.
Die Formel für AI Share of Voice
Peec AI und Profound dokumentieren eine verbreitete Berechnung:
AI Share of Voice = Nennungen der eigenen Marke ÷ Nennungen aller beobachteten Marken × 100
Ein vereinfachtes Beispiel:
| Marke | Nennungen im festen Mess-Set |
|---|---|
| Ihre Marke | 20 |
| Wettbewerber A | 35 |
| Wettbewerber B | 25 |
| Wettbewerber C | 20 |
| Gesamt | 100 |
Ihre Marke erreicht in diesem Mess-Set 20 Prozent Share of Voice. Der Wert gilt nur für die getesteten Prompts, Systeme, Regionen und Zeitpunkte. Er lässt sich nicht ohne Weiteres auf den gesamten Markt hochrechnen.
Die Peec-AI-Dokumentation zu Share of Voice beschreibt genau diese Relation. Auch Profound definiert Share of Voice als Häufigkeit der eigenen Markennennung im Verhältnis zu Wettbewerbern.
Visibility, Share of Voice und Citation Share sind nicht dasselbe
Diese Kennzahlen werden häufig vermischt und führen dann zu falschen Maßnahmen.
| Kennzahl | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Brand Visibility | In wie vielen Antworten erscheint unsere Marke überhaupt? | 20 von 50 Antworten = 40 % Visibility |
| Share of Voice | Welchen Anteil haben wir an allen beobachteten Markennennungen? | 20 von 100 Nennungen = 20 % SoV |
| Citation Rate | In wie vielen Antworten wird unsere Domain zitiert? | 8 von 50 Antworten = 16 % Citation Rate |
| Citation Share | Welchen Anteil haben unsere Quellen an allen beobachteten Zitaten? | 8 von 80 Zitaten = 10 % Citation Share |
| Position | An welcher Stelle werden wir in Listen oder Empfehlungen genannt? | durchschnittliche oder kategorisierte Position |
Eine Marke kann oft erwähnt werden, ohne dass ihre Website als Quelle erscheint. Umgekehrt kann ein neutraler Ratgeber Ihrer Domain zitiert werden, obwohl die Marke nicht empfohlen wird. Unser Artikel zu den wichtigsten LLMO-KPIs zeigt, wie diese Ebenen in einem Dashboard zusammengehören.
Welche Tools vergleichen Ihre Marke mit Wettbewerbern?
Peec AI
Peec AI dokumentiert Visibility, Share of Voice, Sentiment, Position und Quellen in einer für Marketingteams zugänglichen Oberfläche. Die SoV-Dokumentation trennt den relativen Wettbewerbsanteil ausdrücklich von Visibility.
Prüfen: benötigte AI-Oberflächen, Regionen, Prompt-Kontingent, Exporte und Workspace-Rollen im konkreten Tarif.
Otterly
Otterly beschreibt in seiner KPI-Dokumentation eine binäre Zählung je Prompt, Tag und AI-Service: Eine Marke zählt in einer Ausführung als erwähnt oder nicht erwähnt, unabhängig von mehreren Textnennungen. Das ist methodisch wichtig, weil andere Zählweisen zu anderen Prozentwerten führen können.
Prüfen: Länder- und Engine-Abdeckung, tägliche Ausführungen, Brand-Alias-Erkennung und Exportformat.
Profound
Profound führt definierte Prompts regelmäßig gegen mehrere Frontend-Oberflächen aus und bietet Aufschlüsselungen nach Plattform, Region, Thema und Wettbewerber. Die Dokumentation trennt Share of Voice, Citation Share, Visibility, Sentiment und Position.
Prüfen: Implementierungsumfang, benötigte Regionen, Rohdatenzugriff, Integrationen und passende Wettbewerberkonfiguration.
Rankscale
Rankscale verbindet Visibility-Tracking mit Prompt Research und Page Audits. Der Anbieter unterscheidet Share of Voice und Share of Citations als zwei getrennte Wettbewerbskennzahlen.
Prüfen: konkrete Oberfläche, Regionen, Zählweise und Tiefe der Seitenanalyse.
Weitere Einordnung finden Sie in unserem Vergleich der KI-Sichtbarkeits-Tools. Funktionslisten ändern sich schnell; testen Sie vor dem Vertrag mit identischen Prompts und Wettbewerbern.
Die acht Kriterien für eine belastbare Wettbewerbsanalyse
1. Reale Wettbewerber aus Kundensicht
Verwenden Sie nicht nur die Unternehmen, die intern als Konkurrenz gelten. Prüfen Sie Verkaufsgespräche, Vergleichsseiten und AI-Antworten: Welche Alternativen werden Kunden tatsächlich angeboten? Drei bis fünf direkte Wettbewerber sind für einen ersten Benchmark meist klarer als eine Liste aus zwanzig heterogenen Marken.
2. Kaufnahe und informative Prompts trennen
Eine starke Präsenz bei Definitionsfragen kann geringe geschäftliche Relevanz haben. Segmentieren Sie mindestens:
- Problemfragen
- Kategorien und Anbieterlisten
- direkte Vergleiche
- Zielgruppen- und Use-Case-Fragen
- Preis- oder Auswahlfragen
- Markenfragen
Berichten Sie den SoV je Segment, nicht nur als Gesamtdurchschnitt.
3. Plattformen getrennt ausweisen
Ein Gesamtwert über ChatGPT, Google AI, Gemini, Claude und Perplexity kann Unterschiede verdecken. Zeigen Sie jede Plattform einzeln und erst danach einen bewusst gewichteten Gesamtwert.
4. Region und Sprache dokumentieren
Ein deutsches Prompt-Set aus einer US-Region ist kein zuverlässiger DACH-Benchmark. Legen Sie Sprache, Region, Gerät und eingeloggten Zustand fest. Bei lokalen Leistungen sollten Städte oder Einzugsgebiete getrennt betrachtet werden.
5. Antwortvariation berücksichtigen
Generative Antworten schwanken. Ein Prompt pro Monat ist eine Momentaufnahme. Nutzen Sie wiederholte Messungen und bewerten Sie Wochen- oder Monatsaggregate. Änderungen an Modellen oder Oberflächen gehören als Annotation in die Zeitreihe.
6. Markenvarianten sauber definieren
Hinterlegen Sie offizielle Firmierung, Produktnamen, gebräuchliche Abkürzungen und eindeutige Schreibvarianten. Zu breite Aliase können falsche Treffer erzeugen; zu enge Regeln übersehen reale Nennungen.
7. Rohantworten speichern
Ohne Antworttext lässt sich nicht prüfen, ob eine Nennung Empfehlung, neutrale Aufzählung oder Kritik war. Ein seriöser Workflow speichert Prompt, Antwort, Quelle, Zeitpunkt und Messbedingungen.
8. Formel und Zählregel festhalten
Zählt eine Marke pro Antwort höchstens einmal? Werden Produkt- und Muttermarke zusammengeführt? Fließen alle erwähnten Marken oder nur hinterlegte Wettbewerber in den Nenner ein? Diese Details können den Score stark verändern.
Ein manueller Benchmark ohne Tool
Für eine erste Baseline brauchen Sie noch keinen Jahresvertrag.
- Definieren Sie 30 kaufnahe Fragen aus GSC, Vertrieb und Support.
- Wählen Sie drei AI-Oberflächen und ein festes deutsches Setup.
- Führen Sie jeden Prompt an zwei unterschiedlichen Tagen aus.
- Speichern Sie vollständige Antworten und Quellen.
- Markieren Sie pro Antwort jede beobachtete Marke höchstens einmal.
- Berechnen Sie Visibility, Share of Voice und Citation Share getrennt.
- Prüfen Sie zehn Prozent der Markierungen durch eine zweite Person.
Eine einfache Tabelle benötigt diese Spalten:
| Datum | Plattform | Prompt | Themencluster | eigene Marke | Wettbewerber A | Wettbewerber B | eigene URL zitiert | Rohantwort |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 15.07.2026 | Beispielplattform | Welche Lösung passt zu …? | Kauf | 1 | 1 | 0 | 0 | Link/Archiv |
Diese Baseline zeigt zugleich, ob ein bezahltes Tool bei Datenqualität, Wiederholbarkeit und Zeitaufwand tatsächlich hilft.
So testen Sie zwei Anbieter fair gegeneinander
Importieren Sie dasselbe Prompt-Set und dieselben Marken. Warten Sie mindestens mehrere Messläufe und vergleichen Sie:
- wurden dieselben Oberflächen und Regionen verwendet?
- erkennen beide Tools alle Markenvarianten korrekt?
- lassen sich Fehlzuordnungen korrigieren?
- sind Antworten und URLs vollständig exportierbar?
- unterscheiden sich Nenner oder Zählregel?
- wie schnell wird aus einer Lücke eine konkrete Aufgabe?
- bleiben historische Daten nach einem Tarifwechsel verfügbar?
Der Anbieter mit dem höheren Score ist nicht automatisch genauer. Entscheidend ist, welcher Datensatz prüfbar und operativ nutzbar ist.
Von der SoV-Lücke zur richtigen Maßnahme
| Befund | Wahrscheinliche Frage | Nächster Prüfpunkt |
|---|---|---|
| geringe Visibility und geringer SoV | Ist die Marke im Thema überhaupt verständlich verankert? | Leistungsseiten, Entity-Signale, externe Erwähnungen |
| hohe Visibility, aber geringer SoV | Werden zu viele Wettbewerber häufiger genannt? | kaufnahe Differenzierung und Nachweise |
| hohe Markennennung, geringe Citation Rate | Warum wird die eigene Domain nicht als Quelle genutzt? | zitierte Fremdquellen, Onpage-Belege, Crawlability |
| gute Citation Share, schlechte Position | Ist der Inhalt Quelle, aber die Marke keine bevorzugte Option? | Angebotsklarheit, Vergleichbarkeit, Proof |
| starke Schwankungen | Ist Messung oder Antwortsystem instabil? | Wiederholungen, Plattformänderungen, Prompt-Qualität |
| nur branded sichtbar | Fehlt Präsenz bei nicht markengebundenen Kaufentscheidungen? | Kategorie-, Vergleichs- und Problemseiten |
Schema Markup allein löst keine Wettbewerbsposition. Es hilft Maschinen, sichtbare Inhalte zu verstehen, ersetzt aber keine belastbare Aussage, eigenständige Daten oder externe Bestätigung.
Welche Ziele sind seriös?
Ein pauschales Ziel wie „60 Prozent SoV in sechs Monaten“ ist ohne Markt, Ausgangswert und Wettbewerber-Set willkürlich. Besser sind kontrollierbare Ziele:
- vollständige Messabdeckung der wichtigsten Kaufintentionen
- steigende Brand Visibility in einem priorisierten Prompt-Cluster
- höhere Citation Rate für eine konkrete, überarbeitete Zielseite
- weniger sachlich falsche Aussagen zur Marke
- klarer Zusammenhang zwischen Maßnahmen und Messzeitpunkten
- qualifizierte Sitzungen, Anfragen und gebuchte Termine aus AI-Referrals
AI Share of Voice bleibt eine Frühindikator-Kennzahl. Geschäftswirkung entsteht erst, wenn Webanalyse und CRM zeigen, dass Sichtbarkeit zu relevanten Handlungen beiträgt.
Fazit: Der Score ist nur so gut wie sein Nenner
AI Share of Voice macht Wettbewerbspräsenz sichtbar, wenn die Messung reproduzierbar ist. Die größten Fehler entstehen durch wechselnde Wettbewerber, automatisch erzeugte Prompt-Massen, vermischte Plattformen und undokumentierte Zählregeln.
Starten Sie mit 30 bis 50 kaufnahen Prompts, drei bis fünf realen Wettbewerbern und getrennten Plattformwerten. Prüfen Sie Rohantworten und Citation Share neben Markennennungen. Erst danach lohnt sich die Entscheidung für ein dauerhaftes Tool.
Wenn Sie Benchmark, Wettbewerber-Set und Messplan gemeinsam festlegen möchten, können Sie einen verfügbaren Gesprächstermin auswählen. Der Website-Check liefert vorher die technische und inhaltliche Ausgangslage.
Quellen und Prüfstand
- Peec AI: Share of Voice
- Otterly: Definition der Brand-Report-KPIs
- Profound: Answer Engine Insights und Share of Voice
- Profound: Interpretation nach Plattform, Region und Citation Share
- Rankscale: sieben Kernmetriken für AI Search
Fachlich geprüft am 15. Juli 2026. Plattformen, Formeln und Tarife können sich ändern. Dokumentieren Sie die verwendete Produktversion und prüfen Sie vor Vertragsabschluss die aktuelle Anbieterdefinition.
Häufig gestellte Fragen
Was ist AI Share of Voice?
AI Share of Voice ist der Anteil Ihrer Markennennungen an allen Markennennungen innerhalb eines festen Prompt-, Plattform-, Regionen- und Wettbewerber-Sets. Der Wert ist nur innerhalb dieser dokumentierten Messbedingungen vergleichbar.
Wie berechnet man Share of Voice in KI-Antworten?
Eine verbreitete Formel lautet: Nennungen der eigenen Marke geteilt durch alle Nennungen der beobachteten Marken, multipliziert mit 100. Prüfen Sie, ob ein Tool pro Antwort nur eine Nennung je Marke zählt oder Mehrfachnennungen berücksichtigt.
Was ist der Unterschied zwischen Visibility und Share of Voice?
Visibility misst, in welchem Anteil der ausgeführten Antworten Ihre Marke überhaupt erscheint. Share of Voice vergleicht Ihre Nennungen mit den Nennungen des festgelegten Wettbewerber-Sets. Eine Marke kann hohe Visibility, aber geringen Share of Voice haben, wenn viele Konkurrenten häufiger genannt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Share of Voice und Citation Share?
Share of Voice zählt Markennennungen im Antworttext. Citation Share vergleicht, wie häufig Domains oder URLs als Quellen verlinkt werden. Eine Marke kann genannt werden, ohne dass ihre Website zitiert wird; beide Werte sollten deshalb getrennt betrachtet werden.
Welche Tools messen AI Share of Voice?
Peec AI, Otterly, Profound, Rankscale und weitere AI-Visibility-Plattformen dokumentieren Share-of-Voice-Kennzahlen. Die Formeln ähneln sich, aber Oberflächen, Prompt-Ausführungen und Wettbewerberdefinitionen können abweichen. Testen Sie Anbieter mit demselben Datensatz.
Wie viele Wettbewerber sollte man vergleichen?
Für einen fokussierten Start reichen meist drei bis fünf reale Alternativen aus Kundensicht. Trennen Sie Wettbewerber nach Produkt, Region oder Zielgruppe, statt globale und lokale Anbieter in einen einzigen Score zu mischen.
Wie viele Prompts braucht ein Share-of-Voice-Benchmark?
Ein Pilot kann mit 30 bis 50 kaufnahen Prompts starten. Verteilen Sie diese auf Problem-, Kategorie-, Vergleichs-, Kauf- und Markenfragen. Wiederholungen und stabile Messbedingungen sind wichtiger als eine große Menge automatisch erzeugter Varianten.
Kann man AI Share of Voice kostenlos messen?
Eine manuelle Baseline ist möglich, wenn Prompts, Plattform, Zeitpunkt, Antwort und Markennennungen sauber dokumentiert werden. Für wiederholbare Zeitreihen, mehrere Regionen und Rohdaten ist ein spezialisiertes Tool meist effizienter.
Kostenlose Ersteinschätzung
Welches Wettbewerber- und Prompt-Set liefert Ihnen belastbare Daten?
Prüfen Sie zuerst die eigene Website-Basis. Anschließend grenzen wir reale Wettbewerber, Kaufintentionen, Modelle und Messrhythmus ein – bevor ein Toolbudget gebunden wird.
Website prüfen und Benchmark planenErgebnis zuerst. Kontaktdaten erst, wenn Sie fortfahren möchten.
